Samsung Galaxy S10 Test – Erfahrungen und Probleme nach einem Monat

So, nachdem ich das Samsung Galaxy S10 etwa einen Monat in Gebrauch habe, möchte ich mal meine Erfahrungen zu dem Gerät teilen. Eigentlich ist es schon relativ spät (im Vergleich zu anderen Tech-Seiten), aber ich lese da teilweise so einen Mist über das Gerät, sodass ich mich dazu entschlossen hab auch mal meine Meinung zu schreiben. Aber bitte ganz lesen, weils zwischendurch viel negativer wird als es das Gerät verdient hätte.

Verarbeitungsqualität und Display

Fangen wir mal mit der Verarbeitungsqualität vom Galaxy S10 an. Und da fällt mir eigentlich nur ein Wort ein: Makellos. Der Übergang von Glas zu Metall ist kaum spürbar und schön abgerundet und größere Spalten dazwischen findet man nicht. Auch füllt das Display beeindruckend viel Platz auf der Vorderseite des Smartphones aus.

Das Display weiß übrigens auch sonst zu überzeugen. Sau hell im direkten Sonnenlicht, angenehm dunkel bei Nacht. Die Farbdarstellung gefällt mir persönlich sehr gut – auch hier gibt es nichts auszusetzen. Was aber nervt ist die von Android Pie übernommene „Adaptive Helligkeit“. Diese funktionierte bei meinem Google Pixel 3 XL erst noch ziemlich gut, machte aber richtig faxen nachdem ich das Gerät einmal zurückgesetzt hatte. Beim Samsung Galaxy S10 stört sie mich teilweise extrem. Das liegt daran, dass sie versucht die Helligkeit an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen indem sie Parameter wie Displayhelligkeit, Umgebungslicht und Zeit miteinander verknüpft. Das Problem ist nur: Sobald man einmal das Display ein bisschen heller macht um z.B. ein dunkles Bild besser zu erkennen, boostet die tolle Funktion auch in nicht passenden Situationen die Helligkeit. Und das nervt. Mein Tipp also: Die Helligkeit nicht weit über die „normalen“ Bedürfnisse erhöhen.

Unter dem Display findet sich dann der Ultraschall Fingerabdruck Sensor (ab jetzt UFS genannt), der mich am Anfang überhaupt nicht überzeugen konnte. Seitdem kamen zwei Updates von denen eines speziell für den UFS war. Und was soll ich sagen, er ist spürbar schneller geworden. Hatte ich am Anfang noch Probleme dabei meinen Fingerabdruck überhaupt zu registrieren, funktioniert das alles mittlerweile reibungslos. Ich kann mich da also nicht beschweren, und außerdem gewöhnt man sich ziemlich schnell (1-2 Wochen) an die Position des UFS und an die Entsperrdauer. Testet man zwischendurch aber mal ein anderes Smartphone kommt einem der UFS schon ein bisschen langsam vor.

Empfang und WLAN

Verglichen mit dem Google Pixel 3 XL ist der Empfang des Samsung Galaxy S10 ein gutes Stück besser und zuverlässiger. Insgesamt würde ich ihm etwa 85 von 100 Punkten geben. Das Pocophone beispielsweise war noch ein bisschen stabiler bei schlechtem Empfang, aber nur minimal.

Die WLAN-Geschwindigkeit ist auf einem super Level. Ich kann ohne Probleme meine 500k Leitung ausschöpfen.

Software: OneUI läuft stabil aber nicht perfekt

Also erstmal zum positiven: OneUI läuft gut und stabil. Zu keinem Zeitpunkt hat mich das Verhalten der Software gestört oder war irgendwie merkwürdig (winke winke MIUI). OneUI wirkt aufgeräumt wenn es erstmal eingerichtet ist, und das Konzept hinter der Einhandbedienung ist wirklich super. Ich nutze ürbigens noch „One Handed Operation+“ aus dem Galaxy Store, was die einhändige Nutzung wirklich perfektioniert. Bevor wir gleich zu den negativen Dingen kommen möchte ich noch erwähnen dass Apps lange im RAM behalten werden und selten nachgeladen werden mussten.

So, jetzt die negativen Sachen. Wenn man vorher ein Pixel-Gerät genutzt hat dann kommt einem OneUI unglaublich zugemüllt vor. Grade nach dem Einrichten wird man auf (gefühlt) 1000 Sachen hingewiesen. Bixby-Home etc… Das Smartphone hat mich den ersten Tag dauernd mit irgendwelchen Sachen genervt. Das wurde dann aber wirklich besser und mittlerweile ist die Software nicht mehr nervig (man muss aber auch genug Dinge dafür abstellen).

Weiter mit Spotify. Ich weiß nicht ob es an Spotify oder an Samsung liegt, aber der Akkuverbrauch den ich beim Musikhören habe ist so übertrieben viel, dass ich zu TIDAL gewechselt bin. Eine Stunde Spotify (Bildschirm aus), verbraucht mehr als eine Stunde Youtube oder Netflix.

Und weiter gehts mit den Benachrichtigungen. Diese wecken bei mir und bei vielen anderen den Bildschirm nicht auf. Das beudeutet: Das Seitenlicht funktioniert auch nicht. Und das nervt richtig wenn man keine Benachrichtigungs-LED hat. Manche Leute sagen dann: nutze doch das Always-On-Display. Klar, aber die Akkulaufzeit ist so schon „suboptimal“. Also ist das keine Option für mich.

Geschwindigkeit und Smoothness der Software

Immer wieder lese ich bei verschiedenen Tests, dass es zu keinen Rucklern kommt und bin dann enttäuscht wenn ich das Smartphone selbst nutze, weil es dann teilweise schlechter läuft als ältere Smartphones. Und so sieht es auch hier aus. Apps und Co. starten zwar schnell, aber selbst das Browsen auf Caschys Blog ist nicht mehr flüssig mit Chrome. Das verhält sich zwar anders mit Samsungs eigenem Browser, aber ich vergleiche hier Chrome mit Chrome auf anderen Geräten. Was anderes ergibt ja nicht wirklich Sinn. Ansonsten laufen Apps aber schon sehr gut. Bei Reddit kommt es ab und zu zwar zu rucklern, da ist alles aber noch im grünen Bereich. Vergleiche ich die Smoothness aber mit dem Google Pixel 3 XL, dann muss ich ganz klar sagen, dass das Pixel klar flüssiger und schneller ansprechend ist. Das Pixel 3 XL hat dafür aber andere Probleme.

Akkulaufzeit: Aua

Ich glaube das Thema haben schon genug Leute aufgegriffen, und lässt sich eigentlich folgendermaßen formulieren: Zuhause Top, Unterwegs Flop.

Zuhause im WLAN komm ich gut und gerne auf 7-8 Stunden Screen-On-Time (SOT) – ein super Wert für 3.400 mAh. Bin ich den ganzen Tag allerdings auf der Arbeit unterwegs, hab schlechten Empfang und höre Musik, komme ich auf 2,5 Std SOT. Und dann ist mein Akku um 16 Uhr je nach Nutzung noch bei 15-35%. Das ist dann schon ziemlich enttäuschend. Und auch wenn man es nicht wirklich nutzt während man Unterwegs ist, droppen die Prozente nur so. Also man kommt damit durch den Tag, ich muss aber nach der Arbeit dauernd nachladen.

Laut Anandtech liegt das allerdings an einem Firmware-Fehler, denn die Hardware an sich soll richtig energiesparend sein. Hier das Zitat:

It should be noted that the Exynos S10+ does suffer from some firmware issues at the moment which cause higher idle power consumption, however this fundamentally can be and should be fixed by Samsung in coming updates, as it’s inherently not a hardware issue.

Anandtech

Kameras:

Ich will hier nicht viel über die Kameras schreiben oder irgendwelche Bilder zeigen. Die gibts ohne Ende im Internet, genauso wie Vergleiche zwischen verscheidenen Geräten. Ich sags einfach kurz und knapp: Gut am Tag und schlecht in der Nacht. Die Kamera des Pixel 3 schlägt die des S10 allerdings immer. Wenn Interesse daran besteht kann ich das vielleicht einmal ausführlicher erklären und nen extra Beitrag daraus machen. Dann einfach einen Kommentar oder ne Nachricht übers Kontaktformular schreiben.

Vorläufiges Fazit:

Ich glaube ich bin in dem Test relativ negativ gewesen, aber so ist das Smartphone nicht unbedingt zu bewerten. Denn die Standard-Dinge macht es sonst ziemlich gut oder besser als die Konkurrenz. Die 8 GB RAM und 128 GB Speicher merkt man und sind echt nice-to-have. Die Kameras sind vollkommen okay, und die sollen ja auch noch verbessert werden (ein richtiger Nachtmodus). Die Gesprächsqualität ist die beste die ich jemals erlebt habe und der Vibrationsmotor grenzt schon an ne Kettensäge wenn er auf nem Holztisch liegt. Die Lautsprecher sind der Hammer und das gucken von Serien auf dem Smartphone kann ich zum ersten mal nachvollziehen. Auch sind die meisten Apps und die Oberfläche gut durchdacht (außer die Ordner!) und das Teil steckt voller Zusatzfunktionen. Heart-Rate Sensor, Triple-Kamera, WLAN-Telefonie usw.

Das Samsung Galaxy S10 zu bewerten ist nicht ganz so einfach. Wenn der Akku besser wäre, wäre es wohl die eierlegende Wollmilchsau. Im Augenblick ist meine Meinung aber zwiegespalten (wie man wohl merkt). Es besteht aber auch noch Hoffnung, dass Samsung die Probleme mit dem kommenden April-Update in den Griff bekommt. Und dann würde ich schon sagen, dass das Samsung Galaxy S10 sein Geld wert ist.

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P.S. an alle die rumheulen weil wir den Exynos Prozessor haben:

Sucht euch richtige Probleme…

In terms of performance, the Exynos chip slightly lags behind the Snapdragon, partly due to the microarchitecture differences, but mostly due to Qualcomm’s much more aggressive scheduler. With that said, in real-life daily usage (and thanks to better framework boosting mechanisms on the Exynos) the differences are actually minor. So you should have a harder time telling the difference between the two, with the end-result being a similar user experience.
The most surprising result in our testing was that both variants of the S10+ seem to be almost evenly matched in terms of battery life. The Exynos variant even has a slight advantage in our web test, while the Snapdragon variant pulls ahead in PCMark. It should be noted that the Exynos S10+ does suffer from some firmware issues at the moment which cause higher idle power consumption, however this fundamentally can be and should be fixed by Samsung in coming updates, as it’s inherently not a hardware issue.


Anandtech

Autor: Mike

Verrückt nach Smartphones und mobiler Technik. Android-Fanboy und Zocker. Tjoaa, betreibe das hier alles Hobbymäßig, also immer locker bleiben! Zeige alle Beiträge von Mike

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