48 MP Sensoren in Smartphone-Kameras sinnvoll?

48 MP Sensoren in Smartphone-Kameras (Redmi Note 7) – Quelle: mi.com

In letzter Zeit tauchen immer mehr Smartphone-Kameras mit 48 MP Sensoren auf. Man denke hier einfach mal an das Redmi Note 7 oder an das Honor View 20. Man merkt, es sind hauptsächlich Smartphones aus Fernost. Die beiden genannten gehören da sicherlich noch zu den bekannteren Vertretern bei uns, aber auch Oppo und Vivo bieten 48 MP Smartphones an.

48 MP Kamera – Besserer Zoom und größere Pixel

Die Vorteile der 48 MP Kamerasensoren sind zum einen der bessere Zoom, der sich einfach daraus ergibt, dass der Sensor durch mehr Megapixel ein schärferes Crop-Bild erstellen kann. Einfacher ausgedrückt: Bei einem 12 MP Sensor hätte ein Zoom auf ein viertel des ürsprünglichen Bildes eine Schärfe von 4 MP. Beim 48 MP Sensor wären das dann noch 12 MP.

Der andere große Vorteil von 48 MP Sensoren sind die größeren Pixel, die per Pixel-Binning entstehen können. Bei Pixel-Binning werden 4 benachbarte Pixel zu einem verbunden. Dadurch entsteht zum einen ein Bild mit 12 MP (48 MP / 4), zum anderen verlängert sich die Pixel-Kantenlänge. Diese ist bei 48 MP Sensoren normalerweise 0,8 μm groß. Verbindet man jetzt 4 Pixel miteinander (2 oben, 2 unten) ensteht eine Kantenlänge von 1,6 μm. Das beudeutet einfach das mehr Licht vom Sensor aufgenommen werden kann, als bei den aktuellen 12 MP Sensoren, die eine Kantenlänge von 1,4 μm haben.

Nicht alle Prozessoren unterstützen 48 MP und bei Videos reicht die Leistung nicht

Das Problem bei 48 MP Sensoren ist, dass viele Prozessoren diese nicht unterstützen. Zum Beispiel beim Redmi Note 7, in dem der Snapdragon 660 werkelt.

Quelle: Qualcomm.com

Das beudeutet, dass die Hersteller ein bisschen tricksen müssen um wirkliche 48 MP zu erreichen. Jedenfalls die, die auch auf den Snapdragon 660 oder vergleichbare Prozessoren setzen. Wie dieses tricksen aussieht kann ich nicht sagen. Ich denke dass es nich dabei allerdings um Berechnungen handelt, die dann ein 48 MP Bild ausgeben.

Das andere Problem sind Videos

Videos sind nicht direkt das Problem an sich, eher die Qualität. Und das erklärt sich folgendermaßen:

Der große Vorteil von 48 MP Sensoren ist ja das Pixel-Binning, und das kann leider nicht nativ gemacht werden, sondern muss berechnet werden. Bei Videos entstehen allerdings solch große Datenmengen, dass die Prozessoren da einfach nicht hinterherkommen das Pixel-Binning zu berechnen. Es muss dann also das normale Signal genommen werden, das dann allerdings nur noch eine Kantenlänge von 0,8 μm hat.

Das bedeutet dann einfach gesagt, dass die Vorteile bei den Fotos zu Nachteilen bei den Videos werden. Was einem jetzt wichtiger ist, muss man selbst wissen. Ich denke aber dass Computational Photography, wie beim Google Pixel 3, mehr im Lowlight bringt als das Pixel-Binning in den 48 MP Sensoren.

Es handelt sich meiner Meinung nach bei 48 MP Sensoren in Smartphone-Kameras um ein funktionierendes Feature, dass sich aber eher gut fürs Marketing gebrauchen lässt, als das es die Welt der Smartphone-Fotografie neu erfindet.

Ich hoffe der kleine Überblick hat euch was gebracht, bis dann.

Autor: Mike

Verrückt nach Smartphones und mobiler Technik. Android-Fanboy und Zocker. Tjoaa, betreibe das hier alles Hobbymäßig, also immer locker bleiben! Zeige alle Beiträge von Mike

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